Antibiotika rezeptfrei - Rechtslage & Online-Rezept erklärt

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln überhaupt. Viele früher sehr schwerwiegende und potenziell tödliche Krankheiten haben erst durch die Entdeckung dieser Klasse an Wirkstoffen einiges von ihrem Schrecken verloren. Doch welche Antibiotika gibt es eigentlich und kann man sie auch rezeptfrei online kaufen? Dieser Artikel erklärt, was man dazu wissen sollte.

Ihre Behandlung mit Online Rezept bestellen

antibiotika kaufen online

Von g2hp-Redaktion. Dieser Artikel wurde nach medizinischen Standards geschrieben und spiegelt den aktuellen, medizinischen Wissensstand wider. Alle Informationen sind sorgfältig recherchiert und am Ende des Artikels mit Quellen belegt. 

Antibiotika - Definition & Arten

Unter einem Antibiotikum versteht man ein Medikament, das bakteriell bedingte Infektionen bekämpft, indem es die Vermehrung des Erregers behindert oder die Bakterien direkt abtötet (s. auch Doxycyclin). Ein Antibiotikum, das die Vermehrung von Bakterien stört, bezeichnet man als bakteriostatisch. Ein bakterizides Antibiotikum hingegen tötet das Bakterium direkt ab.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Antibiotikum nur gegen bestimmte Bakterien hilft und nicht gegen sämtliche. Daher ist es für die Behandlung entscheidend, welche Art von Bakterium die Infektion ausgelöst hat. Die Bakterienart muss aber nicht in jedem Fall extra bestimmt werden. Denn durch bestehende Erfahrungswerte können Ärzte anhand von Art und Ort der Beschwerden oft voraussehen, um welches Bakterium es sich bei der Infektion handelt.

Auch die Schwere der Infektion, vorliegende Allergien und der Zustand des Immunsystems eines Patienten spielen eine Rolle dabei, welches Antibiotikum im Einzelfall verschrieben wird.

Lässt sich das verursachende Bakterium anhand der Symptome nicht sicher bestimmen, ist es oft nötig, eine Blut-, Gewebe- oder Urinprobe zu entnehmen und in einem Labor untersuchen zu lassen. Das Labor vermehrt dazu in der Regel die Bakterien aus der Probe und prüft die Behandlung mit verschiedenen Antibiotika. Eine solche Untersuchung kann rund ein bis zwei Tage dauern.

Da eine aufwendige Laboruntersuchung nicht immer praktikabel ist, verschreiben Ärzte in vielen Fällen ein sogenanntes Breitband-Antibiotikum (auch Breitspektrum-Antibiotikum genannt). Dabei handelt es sich um ein Antibiotikum, das gegen viele verschiedene Bakterienarten wirksam ist.

Kann man in Deutschland Antibiotika ohne Rezept kaufen?

In Deutschland sind Antibiotika rezeptpflichtige Arzneimittel. Daher kann man sie ganz ohne Rezept nicht legal kaufen. Es gibt zwar einige fragwürdige Online-Apotheken, die entsprechende Medikamente ohne Rezept verkaufen. Diese sitzen aber nicht in Deutschland und verstoßen mit dem Verkauf auch gegen das Gesetz, was sie unseriös macht.

Auch die Qualität der Medikamente ist bei solchen Anbietern nicht sichergestellt, da sie sich einer Kontrolle entziehen. Deswegen sollten Patienten lieber davon absehen, bei solchen Seiten Medikamente zu kaufen.

Es gibt jedoch legale Alternativen, die manchmal auch als „ohne Rezept“ beworben werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine tatsächliche Abgabe der Antibiotika ohne Rezept. 

Stattdessen überprüft ein Arzt hier in einer Art Online-Sprechstunde die Wünsche und Beschwerden der Patienten und stellt unkompliziert über das Internet ein Rezept aus, was dann an eine seriöse Apotheke weitergeleitet wird, die sich um den Versand kümmert.

Warum sind Antibiotika rezeptpflichtig? - Die Gründe

Antibiotika sind Arzneimittel, die bei falscher Anwendung großen Schaden an Patienten anrichten können. Das liegt daran, dass der menschliche Körper auf zahlreiche Bakterienarten angewiesen ist, um gesund zu bleiben. Falsch angewendete Antibiotika können das Gleichgewicht der Bakterien im und am Körper negativ beeinflussen und so Patienten anfälliger für andere Erregerarten wie Pilze machen.

Besonders der Darmtrakt ist für seine Funktion auf zahlreiche unverzichtbare Bakterien angewiesen. Antibiotika bergen das Risiko, das Gleichgewicht der Darmbakterien zu stören, was neben an sich schon nicht ungefährlichem Durchfall auch zu weitreichenden gesundheitlichen Folgen für den Patienten führen kann.

Dass Antibiotika ohne Rezept nicht verkauft werden dürfen, ist aber nicht nur für den Schutz der Patienten wichtig. Denn besonders in den letzten Jahren haben sich vermehrt Bakterien entwickelt, die gegen Antibiotika resistent sind, sich also dadurch nicht mehr wirksam bekämpfen lassen.

Besonders in Krankenhäusern, in denen sich naturgemäß ohnehin schon gesundheitlich angeschlagene Personen aufhalten, können solche multiresistenten Bakterien verheerende Folgen haben. Als Hauptgrund für das Entstehen von resistenten Bakterien gilt ein zu großzügiger Einsatz von Antibiotika. Eine freie Abgabe dieser Medikamente an Patienten ohne Rezept könnte dieses Problem also noch verschärfen.

Macht man sich als Käufer strafbar, wenn man Antibiotika ohne Rezept bestellt?

Ob sich ein Käufer durch den Online-Kauf eines Medikaments strafbar macht, hängt letztlich von der Art des Medikaments ab. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente können selbstverständlich problemlos erworben werden. Anders kann es aussehen, wenn es sich beim Kauf um ein rezeptpflichtiges Medikament handelt.

Herkömmliche verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept online zu erwerben, ist für den Käufer in der Regel nicht strafbar. Der Käufer muss jedoch damit rechnen, dass der Zoll das Paket abfängt und vernichtet. Außerdem ist es möglich, dass er zur Zahlung eines Bußgeldes aufgefordert wird. Im schlimmsten Fall könnte der Käufer dazu verpflichtet werden, in einem Strafverfahren gegen den Verkäufer auszusagen.

Der Kauf von bestimmten Medikamenten ohne Rezept kann allerdings auch für den Käufer strafbar sein. So gibt es beispielsweise verschreibungspflichtige Medikamente, die Stoffe enthalten, die unter das Anti-Doping-Gesetz fallen, beispielsweise Testosteron. Wer ein solches Medikament ohne Rezept online kauft, muss mit einer Anzeige rechnen, sollte der Versand durch den Zoll aufgedeckt werden.

Besonders problematisch ist der Kauf von Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Wer ein solches Medikament online ohne Rezept kauft, macht sich strafbar. Der Käufer muss in diesem Fall nicht nur mit einem Strafverfahren rechnen, sondern kann auch davon ausgehen, dass eine Hausdurchsuchung angeordnet wird. Es drohen dem Käufer bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Antibiotika fallen weder unter das Anti-Doping-Gesetz, noch unter das Betäubungsmittelgesetz. Wenn ein Käufer also ein rezeptpflichtiges Antibiotikum online ohne passendes Rezept kauft, muss er mit der Beschlagnahmung des Medikaments durch den Zoll und mit einem Bußgeld rechnen. In jedem Fall ist der Kauf ohne Rezept für den Käufer mit viel Stress und potenziellen Unannehmlichkeiten verbunden.

Online-Rezept & Online-Doktor als sichere Alternative

Für einen Kauf von Medikamenten im Internet gibt es für Patienten durchaus gute Gründe. Nicht nur ist es für sie deutlich komfortabler, sofort online Hilfe für Ihre gesundheitlichen Anliegen zu bekommen. 

Vielmehr gibt es auch Erkrankungen, die Patienten so unangenehm sind, dass sie damit lieber nicht zu einem Arzt gehen möchten. Ein typisches Beispiel sind hier Beschwerden wie Geschlechtskrankheiten oder eine erektile Dysfunktion, die für Patienten oft mit erheblicher Scham verbunden sind.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile Anbieter, die Patienten, Ärzte und Apotheken online miteinander verbinden und so eine legale und schnelle Möglichkeit schaffen, rezeptpflichtige Medikamente online zu erwerben. Möglich macht dies das sogenannte Online-Rezept.

Bei einem Online-Rezept handelt es sich um ein von einem Arzt ausgestelltes Rezept, das statt auf Papier in digitaler Form vorliegt. In Deutschland handelt es sich dabei zurzeit ausschließlich um Privatrezepte. Mit dem sogenannten E-Rezept befindet sich aber bereits ein Verfahren in einer öffentlichen Testphase, das Ärzten auch das Ausstellen digitaler Kassenrezepte ermöglichen soll.

In Deutschland sind Online-Sprechstunden bei Ärzten bisher nur sehr begrenzt möglich. Hierzulande müssen solche Sprechstunden per Videokonferenz stattfinden und beschränken sich in der Regel auf die Verlaufskontrolle von bereits diagnostizierten Erkrankungen. In anderen EU-Ländern ist die Diagnose über das Internet hingegen problemlos möglich und kann auch von deutschen Patienten in Anspruch genommen werden.

In Ländern wie den Niederlanden müssen Patienten dazu meist nicht einmal mehr eine Videokonferenz mit dem Arzt abhalten. Für viele Erkrankungen reicht das Ausfüllen eines Online-Formulars, das dann von einem Arzt überprüft wird, der auch ein passendes Medikament verschreiben kann.

Welche Antibiotika kann man mit Online-Rezept bestellen?

Mit einem entsprechenden Online-Rezept lassen sich zahlreiche unterschiedliche Antibiotika online bestellen. Dazu gehört selbstverständlich das häufig verwendete Amoxicillin, das zur Gruppe der Penicilline gehört. Auch Doxycyclin kann man online kaufen. Es wird häufig bei Infektionen der Atemwege verschrieben, kommt aber auch bei Syphilis oder Borreliose zum Einsatz.

Ebenfalls erhältlich ist Flucloxacillin. Es hilft gegen Hals-, Mandel- und Lungenentzündungen ebenso wie gegen Hirnhautentzündungen, Ekzeme und Wundrosen. Es wird in Kapselform dargereicht und mit etwas Wasser auf nüchternen Magen eingenommen.

Bei Nasennebenhöhleninfektionen, Scharlach und Infektionen im Mundraum kann Penhexal zum Einsatz kommen. Es wird online in Tablettenform angeboten und in der Regel für sieben bis zehn Tage eingenommen.

Für Hautentzündungen ist Fusicutan online erhältlich. Es wird, anders als die meisten anderen Antibiotika, äußerlich als Creme angewendet.

Bei Dokteronline sind darüber hinaus unter anderem auch noch diese Antibiotika zu bekommen:

Wie funktioniert Dokteronline?

Eine der bekanntesten Anlaufstellen für das Kaufen von Medikamenten im Internet ist Doktoronline. Der Service ist in den Niederlanden beheimatet und verbindet Patienten mit Ärzten und Apothekern. Das Bestellen einer Arznei bei Doktoronline ist dabei denkbar einfach:

Zunächst gibt man in der Suchmaske auf der Website seine Symptome und Beschwerden ein. Daraufhin werden alle verfügbaren Medikamente angezeigt, die bei den Beschwerden Linderung verschaffen könnten. Jedes Medikament hat eine ausführliche Detailseite, auf der Patienten sich genau informieren können, ob das Medikament für sie geeignet ist.

Hat der Patient ein passendes Medikament gefunden, legt er es in den Warenkorb und wird dann weitergeleitet zu einem ärztlichen Fragebogen. Der Fragebogen enthält Fragen zu den vorliegenden Symptomen und zum allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Nach dem Abschicken des Fragebogens wird dieser von einem Arzt in Augenschein genommen.

Der Arzt beurteilt aufgrund der Angaben des Patienten, ob das Medikament für dessen Beschwerden geeignet ist und vom Patienten gefahrlos eingenommen werden kann. In manchen Fällen wird der Arzt dem Patienten stattdessen ein anderes Medikament empfehlen oder durch Rückfragen etwaige Unklarheiten besprechen. 

Bewilligt der Arzt dem Patienten das gewünschte Medikament, stellt er dafür ein entsprechendes Online-Rezept aus. Das Rezept wird dann an eine der mit Dokteronline kooperierenden europäischen Apotheken geschickt, die den Versand des Medikaments veranlasst.

Erfahrungen mit dem Online-Rezept

Patienten berichten auf Trustpilot und ähnlichen Bewertungsplattformen von überwiegend äußerst positiven Erfahrungen mit dem Online-Rezept und Dokteronline. Insgesamt kommt der Service bei Trustpilot auf eine Wertung von 4,9 von fünf Sternen, was im Vergleich zu den meisten Unternehmen außergewöhnlich hoch ist.

Besonders gefällt den Nutzern den Rezensionen nach zu urteilen der unkomplizierte Bestellvorgang. Auch der schnelle Versand wird oft gelobt. Andere Rezensionen sprechen Dokteronline Kompetenz und Zuverlässigkeit zu. Rund 97 Prozent der Bewertenden beurteilen Dokteronline mit „gut“ oder „hervorragend“.

Dieser Inhalt wurde zuletzt am 02.05.2022 geändert und überprüft.

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thomas fischer

Medizinisch geprüft von:

Thomas Fischer ist Apotheker im Ruhestand mit großem Wissen im Bereich Arzneimittelversorgung, Arzneimittelverblisterung sowie Medikationsmanagement. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet Thomas Fischer nun als medizinischer Berater und Redakteur beim Redaktionsteam von g2hp.net. Das Portal g2hp.net informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit. Die hier angebotenen Inhalte sind von fachkundigen Redakteuren sorgfältig recherchiert worden.

Quelleninformationen:

  1. Arzneimittelgesetz. Dreizehnter Abschnitt – Einfuhr und Ausfuhr (§§ 72 – 74). In: dejure.org Rechtsinformationssysteme GmbH. URL: https://dejure.org/gesetze/AMG/73.html 
  2. Das E-Rezept kommt! In: Bundesministerium für Gesundheit (BMG). URL: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/e-rezept.html 
  3. Telemedizin – was die Fernsprechstunde für Patienten möglich macht. In: Verbraucherzentrale NRW e.V. Stand: 12. November 2021. URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/ 
  4. Fernbehandlungsverbot gekippt. Von Rebekka Höhl. In: Ärzte Zeitung online (Verlag: Springer Medizin Verlag GmbH, Berlin). URL:  https://www.aerztezeitung.de/
  5. WHO: Neue Leitlinie zu Gonorrhö, Syphilis und Chlamy­dien-Infektionen. In: Deutsches Ärzteblatt. URL: aerzteblatt.de
  6. Doxyxyxlin STADA 100mg Filmtabletten. In: Apotheken-Umschau. URL: apotheken-umschau.de
  7. Gebrauchsinformationen: Doxycyclin STADA® 200 mg Tabletten. In: STADApharm GmbH. URL: stada.de

WICHTIG: Ausführliche Informationen zu beschriebenen Behandlungen sind auf der Internetseite der Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/en verfügbar.

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